Auslandsaufenthalt in Gröden mit Erasmus+ vom 04. bis 18.07.2026

Das Grödner Tal liegt in Südtirol im Norden Italiens und ist Teil der beeindruckenden Dolomitenlandschaft. Es ist bekannt für seine malerischen Orte, seine lange Tradition im Holzschnitzhandwerk und die imposanten Berge. Im Sommer ist das Tal ein beliebtes Ziel für Wanderer, im Winter zieht es zahlreiche Wintersportler aus aller Welt an. Im Rahmen dieses Auslandspraktikums durften acht Schülerinnen und Schüler der elften Klassen aller Zweige Praxiserfahrung bei ganz unterschiedlichen Arbeitgebern sammeln und viel Neues lernen. Diese persönlichen Eindrücke haben sie nachfolgend zusammengefasst.
Sommerbetreuung für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter durch den VKE in St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein

Die Zeit in der Kinderbetreuung war für uns alle sehr eindrucksvoll und vor allem schön. Die zehn Tage waren gefüllt mit Lachen, Spaß und vielen tollen Ausflügen, beispielsweise zu einem Pferdehof oder ins Schwimmbad und diversen Wanderungen. Auch in den Einrichtungen war ein vielfältiges Programm geboten, von verschiedenen Experimenten, Kinderschminken, Bastelangeboten bis zu Gruppenspielen.

Die Kommunikation mit unseren Arbeitskolleginnen war unproblematisch, weil alle sehr gut Deutsch sprachen, das sah bei den Kindern teilweise etwas anders aus, weil sie Deutsch oder Englisch manchmal erst in der Schule lernen und ansonsten häufig auf Italienisch oder Ladinisch kommunizieren. Ladinisch ist eine rätoromanische Sprache, die in einigen Tälern der Dolomiten gesprochen wird. Im Grödner Tal ist sie neben Deutsch und Italienisch eine der drei Amtssprachen. So lernten wir, uns auch auf anderen Wegen zu verständigen, was aber auch gut funktionierte.

Unsere liebsten Erinnerungen sind alle unterschiedlich. Mara erinnert sich besonders an ihren 18. Geburtstag, der von den Kindern mit vielen selbstgemachten Geschenken und herzlichen Glückwünschen gefeiert wurde. Katrina dagegen denkt häufig an das Fangen spielen mit den Kindern, was ihr sehr viel Spaß gemacht hat. Antonia erinnert sich gerne daran, wie schnell die Kinder zu ihr und Mari Vertrauen gefasst haben. Für Mari war es ein besonderer Moment, als die Kinder sich am Ende verabschiedet haben. Obwohl es eine traurige Angelegenheit war, hat sie dabei gespürt, welche Verbindung selbst in dieser kurzen Zeit zu den Kindern entstanden ist, was sie unglaublich bereichernd fand. Für Jule war das Schönste die Freundlichkeit, die man von allen Seiten gespürt hat, sowohl bei der herzlichen Aufnahme durch die Kollegen ab dem ersten Tag als auch bei den Kindern. Generell hat uns der Aufenthalt in Gröden bei unserer persönlichen Entwicklung weitergeholfen, wir wurden offener, haben besser gelernt, selbstständig Probleme anzugehen und uns mehr zuzutrauen. Es war eine Erfahrung, die uns definitiv geprägt und für die Zukunft positiv beeinflusst hat. Der VKE hat uns eine tolle internationale Praktikumsstelle mit gerechten Arbeitszeiten, netten Kollegen und einem sehr angenehmen Umfeld geboten, womit wir alle sehr zufrieden waren.
Mari Maisourantze, Antonia Borschert, Katrina Schmidt, Mara Lastinger, Jule Schönmüller
Tourismusverein Gröden

Ich habe mein Praktikum beim Tourismusverein Gröden absolviert, wo ich in den verschiedenen Büros der drei Orte Wolkenstein, St. Christina und St. Ulrich tätig war. Aber nicht nur das, ich durfte auch einen Ranger bei der Arbeit begleiten, beim Kids Active Programm helfen und an einer Baustellenbesichtigung teilnehmen. Zu Beginn war ich ziemlich aufgeregt, wie es wohl werden wird, in einer fremden Umgebung zu arbeiten und sich zurechtzufinden. Doch diese Sorgen sind schnell verschwunden. Die Mitarbeiter waren super nett, haben mir immer alles genau erklärt und ich konnte jederzeit Fragen stellen. Ein normaler Bürotag begann für mich um 08:00 Uhr und endete um 18:00 Uhr, wobei dazwischen auch eine 2,5-stündige Mittagspause lag. Die Zeit verging immer sehr schnell, da die Arbeit großen Spaß gemacht hat. Im Büro habe ich viele interessante Einblicke bekommen. Man denkt immer, die Tourismusbüros sind lediglich dazu da, die Fragen von Touristen zu klären und Flyer bereitzustellen. Doch das ist nicht so, es gehört viel mehr dazu, als man denkt. Man könnte es auch mit einem Eisberg vergleichen, es gibt sooo viele Aufgaben, die man gar nicht sieht. Zum Beispiel die Pflege der Blumendekoration im Ort, Instandhaltung der Wanderwege oder das Organisieren von Veranstaltungen und Events. Ein besonderes Event während unseres Aufenthalts war die Weinverkostung „Sëira dl vin“ in Sankt Christina, zu der der Tourismusverein dankenswerterweise sogar unsere ganze Gruppe eingeladen hat. Zu meinen täglichen Aufgaben gehörten Telefonate mit Hotels, die Erstellung von Listen, Schriftverkehr per E-Mail, die Bearbeitung von Hotelanfragen und noch vieles mehr. Herausfordernd war teilweise die Sprache. In Gröden sprechen die Einheimischen als Muttersprache nämlich Ladinisch. Das ist eine uralte Sprache, die nur noch wenige Menschen sprechen. Somit habe ich zum Beispiel bei der Mitarbeiterversammlung sehr wenig verstanden. Auch im Front-Office, also im direkten Kontakt mit den Touristen, konnte ich wenig helfen, da in den Wochen, in denen wir vor Ort gewesen sind, sehr viele italienischsprechende Touristen vor Ort waren. Dadurch ist mir klar geworden, wie wertvoll es ist, viele verschiedene Sprachen zu beherrschen. Besonders angenehm war es, dass die Mitarbeiter alle unfassbar nett gewesen sind und mir Aufgaben und Tätigkeiten immer super auf Deutsch erklärt haben. Insgesamt haben sie mir ein tolles, abwechslungsreiches und spannendes Praktikum ermöglicht, wofür ich sehr dankbar bin.
Paula Huppmann
Saslong Classic Club

Mein Auslandspraktikum durfte ich beim Saslong Classic Club in Gröden absolvieren. Der Saslong Classic Club ist ein Verein, der jedes Jahr für die Planung und Organisation der Weltcuprennen auf der Skipiste Saslong verantwortlich ist. Im Jahr 2031 wird der Verein erstmals eigenständig die Alpinen Skiweltmeisterschaften ausrichten. Dabei arbeitet er ganzjährig eng mit zahlreichen Sponsoren, Medien und Werbeagenturen zusammen, um jedes Jahr einen reibungslosen Ablauf dieser Veranstaltungen sicherzustellen. Mein Arbeitsalltag war sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Die Vormittage verbrachte ich meist im Büro, während am Nachmittag häufig Meetings oder Außentermine stattfanden. Dadurch erhielt ich vielseitige Einblicke in die Planung sportlicher Großereignisse. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Ausarbeitung von Ideen für die Neugestaltung der Homepage sowie die Entwicklung von Content-Ideen für Instagram. Ziel war es, die Reichweite des Vereins zu erhöhen und den Saslong Classic Club auch außerhalb der Wintersaison kreativ zu repräsentieren. Außerdem erstellte ich Statistiken zur Entwicklung der Social-Media-Kanäle und wertete die Followerzahlen aus. Darüber hinaus durfte ich an zahlreichen Treffen mit Sponsoren, der IT-Abteilung und Werbeagenturen teilnehmen. Besonders spannend waren auch die Außentermine. So besuchte ich die Rennstrecke, um gemeinsam mit den Technikern geplante Änderungen an der Piste zu besprechen. Ein weiteres besonderes Erlebnis war der Besuch einer Holzschnitzerei in St. Ulrich, bei dem das Design der zukünftigen Siegertrophäe besprochen wurde. In meinem Praktikumsbetrieb wurde ich vom ersten Tag an sehr herzlich aufgenommen. Alle waren äußerst freundlich, hilfsbereit und nahmen sich viel Zeit, um meine Fragen zu beantworten und mir ihre Arbeitsbereiche zu erklären. Dadurch konnte ich mich schnell einarbeiten und wertvolle Einblicke in die Bereiche Eventplanung, Sponsoring, Marketing und Sportmanagement gewinnen. Besonders gefreut hat mich, dass ich an nahezu allen Besprechungen teilnehmen durfte und dadurch einen umfassenden Einblick in die Organisation einer internationalen Sportveranstaltung erhielt. Auch persönlich hat mich der Aufenthalt in Gröden weitergebracht, da ich sehr viele neue und interessante Menschen kennenlernen durfte. Insgesamt war das Auslandspraktikum eine unvergessliche Zeit mit vielen schönen und lustigen Momenten. Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Organisation, Teamarbeit und Engagement hinter solch einer internationalen Sportveranstaltung steckt. Der Aufenthalt in Gröden wird mir deshalb in sehr guter Erinnerung bleiben.
Julian Mock
Seilbahn St. Ulrich - Seiser Alm

Mein Arbeitstag in St. Ulrich begann morgens um 8:00 Uhr. Bevor die Seilbahn um 8:30 Uhr ihren Betrieb aufnimmt, werden nämlich täglich zunächst verschiedene Kontrollarbeiten durchgeführt. Nachdem diese abgeschlossen waren, half ich am Vormittag meistens bei der Ticketkontrolle in der Talstation. Gegen 12:00 Uhr begann die Mittagspause. Die Mitarbeitenden konnten dabei zwischen drei Restaurants in der Umgebung wählen und das sehr gute Essen wurde vom Arbeitgeber übernommen. Nach der Mittagspause fuhr ich zur Bergstation. Dort konnte ich bei den jährlich anfallenden Revisionsarbeiten mithelfen. Zum System der Seiser Alm Bahn gehören insgesamt 35 Gondeln. Damit ein sicherer Betrieb gewährleistet werden kann, muss jede Gondel alle vier Jahre von einem externen Prüfer kontrolliert werden. Deshalb werden jedes Jahr acht bis neun Gondeln vollständig zerlegt. Die einzelnen Bauteile werden gereinigt, überprüft und bei Bedarf ausgetauscht. Anschließend werden die Gondeln wieder zusammengebaut. Während der Arbeiten nahm sich der Betriebsleiter immer wieder Zeit, mir die Funktionsweise der gesamten Seilbahn und ihrer einzelnen Teilsysteme zu erklären. Mein Arbeitstag endete meist gegen 16:00 Uhr. Abschließend lässt sich sagen, dass ich interessante technische Einblicke und neue Anregungen für meine spätere Berufswahl erhalten habe. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden vor Ort erlebte ich als sehr positiv. Alle waren freundlich, hilfsbereit und machten es mir leicht, mich in den Arbeitsalltag einzufinden. Insgesamt würde ich ein Erasmus-Praktikum in Gröden anderen Schülerinnen und Schülern auf jeden Fall empfehlen.

Levin Braun
In den beiden Wochen sind wir als Gruppe von insgesamt acht Schülerinnen und Schülern im Alter von 17 bis 23 Jahren wie eine kleine Familie zusammengewachsen. Das Leben in der Ferienwohnung war super schön und hat sich angefühlt, wie in einer WG. Dadurch haben wir auch gelernt, was es heißt, in der Gruppe Verantwortung zu übernehmen, Kompromisse zu finden und auf die Bedürfnisse voneinander einzugehen. Wir haben die Freizeit außerhalb des Praktikums mit vielen lustigen Spieleabenden, Wanderungen und anderen Aktivitäten, wie zum Beispiel einem Ausflug in den Klettergarten, gefüllt.

Auch an den Wochenenden haben wir als Gruppe vielfältige Unternehmungen wie einen Ausflug nach Bozen oder Outdoor-Programm gemacht. Jeder konnte aber selbst entscheiden, auf was er gerade Lust hatte und es war ein schönes, ungezwungenes Miteinander, was wir alle sehr schätzten, weil sich so niemand einschränken musste und eine angenehme Atmosphäre zu spüren war.


Begleitet wurden wir in der ersten Woche von Frau Kriener und in der zweiten Woche von Frau Kirchner-Fröhlich, die uns im Alltag unterstützten und auch viele Freizeitaktivitäten mit uns unternahmen. Erasmus bedeutet für uns auch Gemeinschaft und, sich als Gruppe, in der jeder den anderen unterstützt und es ein Gefühl von Zugehörigkeit gibt, neuen Situationen zu stellen. Wir alle würden unsere Praktikumsstelle weiterempfehlen und andere Schülerinnen und Schüler generell dazu ermutigen, die Möglichkeiten, die Erasmus+ bietet, zu nutzen. Es ist so viel mehr als nur ein Praktikum in einem anderen Land, es ist eine Zeit, die man hinterher auf gar keinen Fall missen möchten, an die man gerne zurückdenkt und die noch lange im Gedächtnis bleibt.
Danke für diese unvergessliche Zeit!
Teilnehmende Schülerinnen und Schüler und ihre Klassen im Schuljahr 2025/26: Antonia Borschert (FW12c), Levin Braun (FT12a), Paula Huppmann (FW12c), Mara Lastinger (FS11d), Mari Maisouranze (FS11b), Julian Mock (BW12a), Jule Schönmüller (FS11d), Katrina Schmitt (FS11d)

Ein ganz herzlicher Dank gilt den Praktikumsbetrieben und Ansprechpartnern im Grödner Tal, die mit ihrer großen Gastfreundschaft und ihrem Engagement dafür gesorgt haben, dass unsere Schülerinnen und Schüler diese gewinnbringende Auslandserfahrung machen durften. Namentlich sind das der VKE (Verein für Kinderspielplätze und Erholung), die Tourismusvereine Gröden, der Saslong Classic Club und die Seilbahn Sankt Ulrich-Seiser Alm. Der Auslandsaufenthalt in Südtirol ist eine echte Bereicherung unseres Erasmus+-Angebotes und wir würden uns sehr über eine Wiederholung im kommenden Schuljahr freuen!
Carmen Kriener, StRin
