
Ein Selbstversuch des Ethik-Kurses der Vorklassen ergibt: 10,5 Kilogramm
„Verantwortung“ ist an der FOS nicht nur ein theoretisches Thema im Ethikunterricht, es wird hier auch in die Praxis umgesetzt. Im Rahmen unseres Lernbereichs „Verantwortung und Gewissen“ haben sich die Schülerinnen und Schüler am 19. Mai zu einer tatkräftigen Aktion auf dem Schulgelände zusammengefunden. Aber werfen wir zunächst einen Blick zurück…
Vom Nachdenken zum Handeln: Warum unser Gewissen mehr als nur ein „Kompass“ ist
In den vergangenen Wochen haben wir uns im Ethikunterricht intensiv mit der Frage beschäftigt, was uns eigentlich leitet, wenn wir Entscheidungen treffen. Wir haben über das Gewissen als eine Art inneren Kompass gesprochen – mal als Stimme der Autorität, mal als unsere eigene, humanistische Überzeugung. Doch während der Diskussionen im Unterricht wurde uns eines schnell klar: Ein Gewissen, das nur im Stillen existiert, bleibt ein theoretisches Konstrukt. Wahre Verantwortung beginnt genau dann, wenn wir diesen inneren Kompass in die Hand nehmen und unser Handeln an den Erwartungen messen, die wir an uns selbst und unser Umfeld stellen. Unser Tun ist also Ausdruck unseres Gewissens – und so ergaben sich gleich viel mehr Fragen: Für wen oder was übernehmen wir eigentlich Verantwortung? Wie gehen wir mit unseren Nächsten und unserem Umfeld um? Und welche Rolle spielt es, wenn man sich als Teil einer Gemeinschaft für das Wohl aller einsetzt?

Vom Klassenzimmer auf den Schulhof
Dass Verantwortung nicht beim Nachdenken aufhören darf, sondern handlungsorientiert ist, stand bei eben jener Aktion im Fokus. In nur 25 Minuten Einsatzzeit sammelte der Ethik-Kurs insgesamt stolze 10,5 Kilogramm Müll auf dem Schulgelände und den daran angrenzenden öffentlichen Wegen.
Stimmen aus der Klasse
Dass dieses Unterrichtsprojekt dabei einen Nerv getroffen hat, spiegeln auch die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler wider:
- Mein persönlicher Mehrwert war, dass ich gemerkt habe, wie viel man schon in wenig Zeit gemeinsam bewirken kann, auch wenn es nur um einen kleinen Bereich ging!
- Ich habe Dinge wahrgenommen, die ich im Alltag sonst übersehe – und gleichzeitig hat es meine Stimmung verbessert, etwas Gutes zu tun.
- Es hat sich sehr erfüllend und motivierend angefühlt, weil man direkt sieht, dass der eigene Einsatz einen positiven Unterschied für alle macht.
- Ich fühle mich gerade so wertvoll und bin stolz auf mich und meine Gruppe.
- 25 Minuten Müll zu sammeln lohnt sich, weil wir damit unsere Schule sauberer machen und zeigen, dass uns unsere Gemeinschaft wichtig ist.
Die Müllsammelaktion war also ein voller Erfolg. Sie hat nicht nur unser Schulgelände ein Stück sauberer gemacht, sondern auch gezeigt, dass jeder Einzelne durch kleine Handlungen einen Beitrag leisten kann – und dass es sich gemeinsam einfach besser anpackt!
Ramona Bergmann, StRin
