Berlin zeigt, wie Erinnerung lebendig bleibt!
Vom 06. bis 09. Oktober 2025 begab sich das Seminar „Erinnerungskultur“ unter der Leitung von OStR Kunkel und StRin Kriener auf eine Studienfahrt nach Berlin. Untergebracht in einem zentral gelegenen Hotel unweit des Kurfürstendamms, erlebte die Gruppe vier ereignisreiche Tage, die von historischem Lernen und einem starken Gemeinschaftsgefühl geprägt waren.
Der Besuch des Bundestages ist Pflicht, wenn man schon einmal in der deutschen Hauptstadt ist! So fuhren wir, nachdem sich die Schülerinnen und Schüler mit der Umgebung rund um das Hotel vertraut gemacht hatten, gleich dorthin. Nach einer Einführung in die Arbeit des Parlaments nahmen die Teilnehmenden auf der Besuchertribüne des Plenarsaals Platz und erhielten spannende Einblicke in den politischen Alltag. Im anschließenden Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber ergaben sich zahlreiche interessante Fragen, die auf großes Interesse stießen. Für diese Möglichkeit und auch den finanziellen Zuschuss möchten wir Frau Dr. Weisgerber auch nochmals herzlich danken. Einen weiteren Höhepunkt des Tages stellte der Besuch der Dachterrasse und Reichstagskuppel dar – zur Freude aller konnte diese entgegen der ursprünglichen Ankündigung doch besichtigt werden.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit und der nationalsozialistischen Diktatur. In der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, dem ehemaligen Stasi-Gefängnis, führte Zeitzeuge Henry Leuschner die Gruppe durch die bedrückenden Räume und berichtete eindrucksvoll von seinen persönlichen Erlebnissen. Auf dem Rückweg legte das Seminar einen kurzen Stopp am Friedhof der Märzgefallenen ein – eine eher unbekannte, aber aufschlussreiche Form des Gedenkens. Nach einer Mittagspause am Alexanderplatz folgte eine Führung durch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit anschließendem Besuch des unterirdischen Museums. Am Abend nutzten die Schülerinnen und Schüler ihre Freizeit, um gemeinsam zu essen, sich über das Erlebte auszutauschen und bei Gesellschaftsspielen den Tag ausklingen zu lassen.
Am Mittwoch ging es zur Bernauer Straße, wo die Gruppe mehr über die Geschichte der Berliner Mauer, sogenannte „Geisterbahnhöfe“ und unterirdische Tunnel erfuhr. Am Nachmittag hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich in Gruppen mit weiteren, selbst gewählten historischen Orten auseinanderzusetzen – darunter dem Tränenpalast, die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen oder Schloss Sanssouci in Potsdam. Abends stand dann ein etwas anderer Programmpunkt auf dem Plan: Die Schweinfurter bestaunten das zufällig zeitgleich stattfindende Festival of Lights in der Innenstadt und im Anschluss sorgte ein von den Schülerinnen und Schülern organisierter Besuch in einem Horror-Escape-Room für Spannung und viel Spaß.
Der letzte Tag bot nochmals einen besonderen Blick auf moderne Formen der Erinnerungskultur. Beim Audiowalk „Ku’damm 31“ gingen die Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche in unmittelbarer Nähe ihres Hotels. So verband sich der touristisch bekannte Kurfürstendamm, an dem viele in den vorherigen Tagen bummeln und shoppen waren, mit einer ganz neuen, reflektierten Perspektive auf Geschichte und Erinnerung im Alltag. Anschließend trat die Gruppe die Heimreise an – erfüllt von zahlreichen Eindrücken und Erkenntnissen.
Die Seminarfahrt war nicht nur inhaltlich ein voller Erfolg: Überall hinterließ die Gruppe mit ihrem großen Interesse und ihrer offenen Art einen äußerst positiven Eindruck. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung machten die Reise zu einem Gemeinschaftserlebnis, das lange in Erinnerung bleiben wird.
Ein herzlicher Dank gilt der Schulleitung für die Ermöglichung dieser bereichernden Fahrt und dem Förderverein für die finanzielle Unterstützung.
Oder, wie man in Berlin sagen würde:
„Dit war ne Fahrt, die kannste nich toppen!“
Carmen Kriener, StRin







