Termine

Internationale Wirtschaft und Tabletklasse

Der Zweig Internationale Wirtschaft wird zum Schuljahr 2020/2021 an der FFS eröffnet.

Nähere Informationen hierzu und zur Einrichtung einer Tabletklasse in der Ausbildungsrichtung Technik erfolgen in einem persönlichen Anschreiben nach den Pfingstferien.

 

Aktuelle Informationen

Die Regelungen für die Zeit ab dem 27.04.2020 entnehmen Sie bitte folgenden Anschreiben:

Regelungen nach Schulöffnung für die Abschlussklassen

Regelungen zur Wiederaufnahme des Unterrichts der 11. Klassen und der Vorklassen

NEU: Aktuelle Informationen 11. Klassen und Vorklassen

Anschreiben von Staatsminister Piazolo

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgendem Link:

Kultusministerium Bayern 

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Fachtag Deutsch des IPSN in Kooperation mit der FAU Erlangen-Nürnberg

So viel Input zu Fake-News, Audacity und Leinwand-Dämonie darf schon sein

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Für Lehrkräfte an weiterführenden Schulen bietet das „Institut für Pädagogik und Schulpsychologie“ (IPSN) in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg seit vielen Jahren den „Fachtag Deutsch“ an.

Immer geht es dabei sehr generalistisch um den Deutschunterricht an weiterführenden Schulen, um neue Lehrplaninhalte, neue Methoden und neue Herausforderungen für das Unterrichtsfach. Umso erfreulicher, wenn man im Rahmen dieses Fortbildungstages analog und digital viel Input für den Unterricht bekommt. Freilich, auch dabei gilt das etwas andere „didaktische Prinzip der Reduktion“, denn von neun Angeboten, die der Fachtag jeweils offeriert, gilt es drei auszuwählen - mehr Zeit ist eben nicht.

 

So arbeiten Journalisten

Christina Merkel, die Wissenschaftsredakteurin von Nürnberger Zeitung (NZ) und Nürnberger Nachrichten (NN), schloss ihren Vortrag zum Thema „So arbeiten Journalisten“ mit einem klassischen Fake aus dem Sommer des Jahres 2005. Dieser Fake konnte zeigen, dass Journalisten besser nicht so arbeiten.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hatte 2005 auf seiner Homepage ein bearbeitetes Bild von der damaligen CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidatin Angela Merkel eingestellt, das Merkel zusammen mit ihrem Ehemann Joachim Sauer auf dem roten Teppich der Bayreuther Festspiele zeigte. Bei der in lachsfarbener Abendrobe angetretenen Angela Merkel konnte man auf einem Foto der DPA in der Achselhöhle des Abendkleides einen dunklen Schatten sehen, der als Schwitzfleck zu identifizieren war.

Das ging dem BR-Online-Portal damals allerdings an Unschicklichkeit zu weit, also wurde der Fleck wegretuschiert.

Das alleine wäre ja noch kein allzu großes „Fake-Problem“. Fake wurde jedoch daraus, als das Nachrichten-Magazin SPIEGEL beim BR nachfasste, weshalb das DPA-Foto geschönt worden sei. Der Leiter der BR-Multimedia-Abteilung wies den Fake-Vorwurf massiv zurück.

Allerdings, einen Tag später, so SPIEGEL ONLINE, gestand der BR die vorgenommene Retusche dann doch ein.

 

Bedeutung der Gatekeeper

Alles kein großes Malheur, möchte man meinen – ging es doch nicht um das „Schweißtuch der Veronika“, sondern nur um den Schwitzfleck der Angela Merkel.

Aber derartige Manipulationen sind der Anfang vom Misstrauen gegen seriöse Medien, erklärte Christina Merkel zu dem „historischen Fake“ abschließend. Davor hatte sie instruktive Hilfestellungen aufgezeigt, wie man vermeiden kann, etwelchen Fake-News aufzusitzen.

Eine ganz wesentliche Rolle spielen dabei die seriösen Medien als Gatekeeper. Immerhin gebe es im Printbereich, so Merkel, die Biologie, Chemie und Journalismus studiert hat, ehe sie nach dem Volontariat bei der NZ bzw. der NN als Wissenschaftsredakteurin eingestiegen ist, in Deutschland noch über 320 unabhängige Tageszeitungen, in Österreich seien es gerade einmal drei. Und auch mit den Öffentlich-Rechtlichen sei Deutschland gesegnet. Immer aber gelte für alle Meldungen etc. deutscher Tageszeitungen strikt das Vier-Augen-Prinzip.

Was nicht wenigstens von zwei Seiten bestätigt ist, geht nicht in den Satz oder online.

Auf der Basis des Grundgesetzes soll Qualitätsjournalismus informieren, kritisieren und Grundlagen für die Meinungsbildung anbieten. Oder, wie beim Journalisten-Papst Wolf Schneider im „Journalismus-Handbuch“ (Reinbek bei Hamburg 2012) nachzulesen: „Der Journalist ist von der Verfassung eingesetzt als Treuhänder des Bürgers – und nicht als Lautsprecher der Politiker“.

 

Dein Podcast in aller Ohren

„Mach dich hörbar! - Hörspiele und Podcasts im Deutschunterricht“ war ein spannender Beitrag von Elke Mahler (Deutschlehrerin am Nürnberger Johannes-Scharrer-Gymnasium) getitelt. Ganz nah ans Ohr von Schülerinnen und Schülern wie auch von Lehrkräften kommt Mahler damit. Hat eine repräsentative Umfrage von 2019 doch ergeben, dass 26 Prozent der Bundesbürger regelmäßig sogenannte Podcasts (also kleine oder kleinste „Hörspiele“ bzw. informative oder unterhaltende Medieneinheiten, die übers Internet verbreitet werden) hören.

Mit dem kostenlosen und einfach zu handhabenden Schnittprogramm „Audacity“ können Schülerinnen und Schüler meist sogar ohne alle technische Anleitung durch eine Lehrkraft Podcasts erstellen. „Reduktion“ ist auch dabei die Zauberformel, denn zu viele „Nebengeräusche“ und „Sounds“ lenken das menschliche Ohr von seiner Hauptaufgabe beim Podcasthören ab.

 

Dämonisch-expressiv was aufs Auge

Der Altmeister der Filmdidaktik, Johan van Soeren, ist zwar als Deutschlehrer bereits in den Ruhestand getreten, aber seine Live-Features zu den unterschiedlichsten Themen der Kinematographie ziehen noch immer ein zahlreiches Publikum an. Van Soeren, vormals am Erlanger Christian-Ernst-Gymnasium tätig, stellte seine neue, knapp 50 Seiten umfassende Broschüre zum Thema „Dämonische Leinwand – die Literaturepoche Expressionismus einmal anders“ vor. „Peter Buchkas Dokumentarfilm 'Dämonische Leinwand' ist eine fesselnde Collage aus dem Originalmaterial berühmter deutscher Stummfilme und kann dazu beitragen, die literarische Epoche des Expressionismus zu vertiefen und zu verstehen“, erläuterte van Soeren sein didaktisches Anliegen. Und Fakt ist ja, dass aktuell alle Welt, naja, wenigstens ganz Europa, um das 1920er-Jahre-Anniversary kreist. Erstaunlich sei dabei, dass die Filmthemen der 1920er im Jahr 2020 in der Realität angekommen seien, so van Soeren.

Denn heute, im 21. Jahrhundert, geht es ganz real um virtuelle Welten, um Künstliche Intelligenz, um das Faustische des Menschen, um die Machbarkeit von allem und jedem und um das Wiedererstarken menschenverachtender und rassistischer Ideologien, wie sie auch die 1910er, 1920er und 1930er Jahre begleitet haben, um schließlich in der Menschheitskatastrophe des Holocaust zu münden. Die Mechanismen erkennen, bedeutet auch bei der Gattung Film, sich kritisch und wehrhaft allen möglichen Manipulationsversuchen widersetzen zu können.

Und für die Arbeit von Wissenschaftlern, Journalisten oder Lehrerinnen und Lehrern behält auch im Digitalzeitalter das Prinzip „klären, erklären, aufklären, aber niemals nur verklären“ seine Gültigkeit. Alles andere führt zu Fake.

 

OStR Rüdiger Klein

 

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